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Auftritt mit Hindernissen

Der folgende Text stammt von der Journalisten Ulrike Bernauer, das Copyright für die Bilder liegt ebenfalls bei ihr: U.Bernauer@gmx.de

konzert2014

Groß-Umstadt-Heubach (bea) Sanft tropft es in die Notenblätter und die Grubenlampen leuchten. Die Sänger der Singerklynger lassen sich nicht irritieren vom Getröpfel, es ist eher problematisch, dass sie die Chorleiterin Christine Gronau kaum noch sehen können. Obwohl in der zweiten Hälfte des Open-Air- Konzertes im Heubacher Steinbruch die Scheinwerfer endlich funktionieren. Die beleuchten aber nicht den Chor oder die Dirigentin, sondern die dramatische Kulisse, die 30 Meter hohe Sandsteinwand, die hinter den Sängern aufragt.

   So mancher Chor hätte ob der Umstände, die an diesem Abend herrschen, das Konzert abgesagt. Aber nicht nur die Singerklynger, der gemischte Chor des AGV Liederzweig Heubach, sondern auch der CchlettererChor des Alpenvereins und der Kinderchor Haabscher Kiebitze sind hart im Nehmen. Ein Wolkenbruch ging nieder, als sich die Sänger gerade einsingen und die Technik einstimmen wollten. Daraus wurde erst mal nichts, Kabel und Verteiler, die über das durchnässte Gelänge führten, waren feucht geworden und es dauerte bis auch das E-Piano die ersten Töne von sich gab.

Pünktlich zum Konzertbeginn, für das miserable Wetter waren doch erstaunlich viel Zuhörer gekommen, hatten aber zumindest die Musikinstrumente Saft. An das Einschalten der Scheinwerfer gingen die Techniker aber erst in der Pause. Weil vorher dabei immer die Sicherung rausflog, mussten die Konzertgäste die erste Hälfte ohne illuminierte Sandsteinwand erleben.

140711 Erika kDem Hörgenuss mit seiner ganz besonderen Akkustik im Steinbruch tat das dennoch keinen Abbruch. Viel Applaus bekam der CchletterChor für seine eher rustikale 140711 Cchletterchor kLiedauswahl. Passend dazu auch die Gewandung von Chorleiterin Erika Krapp, die Bergsteigerschuhe trug, bei dem unebenen und durchweichten Boden sicher keine schlechte Wahl. Die Kletterer überzeugten aber nicht nur mit alpenländischem Liedgut, Ambros war auch dabei, sondern erfüllten sich einen Herzenswunsch. Aus der Reihe stach die Bohemian Rhapsody von Queen, wo das Akkordeon durch die E-Gitarre ersetzt wurde.

Die Singerklynger hingegen setzten ganz auf das E-Piana und brachten Musical- und Film-Musik zu Gehör. Von dramatisch bis zu sehr leise, man konnte fast die Tropfen zu Boden fallen hören, reichte hier das Repertoire. „Cats“ stand neben der „West Side Story“ und die wurde flankiert von der Filmmusik aus die „Kinder des Monsieur Matthieu“.

Der Kinderchor Haabscher Kiebitze mit seiner Chorleiterin Claudia Unterleider glänzte nicht nur mit einem Lied aus dem Dschungelbuch, passend zur Kulisse des Abends, sondern überraschte auch mit dem Cupsong aus dem Film „Pitch Perfect“. Hier sind die Instrumente Plastikbecher, die gedreht und gewendet werden, die aber auch als Schlaginstrumente dienen.

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   Trotz feuchter Atmosphäre wollten die Zuschauer auch nach der Zugabe, die von beiden Erwachsenenchören zusammen gesungen wurde, noch nicht gehen. Chorleiterin Gronau versprach, „wir singen noch eine Weile, wenn jeder der geht, auch eine Bank mit nach unten nimmt.“ Und so zog begleitet vom „Rhythm of Live“ eine Karawane von Tisch- und Bankträgern aus dem Steinbruch hinunter zum Vereinsheim der Kletterer, während der Gesang im Hintergrund immer leiser wurde.